Liebe Kleingärtnerinnen, liebe Kleingärtner,
beim 12. Verbandstag des Verbandes der Gartenfreunde Magdeburg e.V. am 27. September 2026 kamen Vertreter angeschlossener Vereine zusammen, um über die Entwicklung des Kleingartenwesens in Magdeburg zu beraten. Thematisch standen die Zukunft der Magdeburger Kleingartenanlagen, das geplante Kleingartenentwicklungskonzept, welches in Zusammenarbeit mit der Stadt Magdeburg entsteht, und aktuelle Herausforderungen der Vereine im Mittelpunkt.
Magdeburgs Oberbürgermeisterin Simone Borris betonte in ihrem Grußwort die Bedeutung der Kleingärten für die Stadt. Sie verwies auf deren historische Verwurzelung in Magdeburg und dankte den zahlreichen ehrenamtlich Engagierten. Kleingärten leisteten einen Beitrag zu einer lebenswerten und nachhaltigen Stadt, schafften Begegnungsräume und Grünflächen und hätten zugleich Bedeutung für das Stadtklima. Gemeinsam mit den Kleingärtnerinnen und Kleingärtnern solle die Zukunftsfähigkeit des Kleingartenwesens weiterentwickelt werden. Auch ein neues Kleingartenkonzept soll dazu beitragen, die künftige Entwicklung der Anlagen systematisch zu planen.
Kleingartenentwicklungskonzept soll Grundlage für weitere Planung schaffen
Ein Schwerpunkt des Verbandstags war die Vorstellung des geplanten Kleingartenentwicklungskonzepts.
Ziel ist es, die Kleingärten als Bestandteil der Grünflächenstruktur Magdeburgs langfristig zu betrachten und ihre Entwicklung auf eine belastbare Datengrundlage zu stellen. Ein erstes Konzept soll bereits 2027 vorliegen. Als Grundsatz wurde dabei der Erhalt der Kleingärten als Bestandteil der Magdeburger Grün- und Freiraumstruktur genannt. Gleichzeitig sollen die tatsächlichen Bedarfe und die Entwicklungsperspektiven, beispielsweise durch Teilrückgaben von Parzellen in einzelnen Anlagen berücksichtigt werden.
Mit der Erarbeitung wurden die Firmen Quaas-Stadtplaner sowie Weeber+Partner - Institut für Stadtplanung und Stadtforschung beauftragt.
Beide Firmen verfügen über Erfahrungen aus anderen Städten, darunter Jena und Suhl, und stellten ihre Arbeit in einer Präsentation vor.
Der Verband der Gartenfreunde hatte bereits 2024 vergeblich versucht, Fördermittel für das Vorhaben einzuwerben.
Seit 2026 erfolgt die Finanzierung nun durch die Stadt Magdeburg. Für die Bestandsaufnahme wurden bislang Daten aus rund 120 Kleingartenanlagen ausgewertet. Der Rücklauf der bisherigen Befragung liegt damit leider nur bei 53 Prozent. Die Vereine wurden deshalb erneut dazu aufgerufen, sich an der Befragung zu beteiligen. Die Angaben sollen als Grundlage für eine systematische Bewertung der Bestandssituation und der Rahmenbedingungen dienen. Daraus soll anschließend auch eine Prognose des künftigen Bedarfs abgeleitet werden.
In der Arbeitsgruppe Kleingarten arbeiten bereits jetzt Vertreter der Stadtverwaltung, des Verbandes, des Stadtrates und des beauftragten Planungsbüros zusammen. Für das kommende Jahr sind weitere Kontaktaufnahmen zu den Vereinen, Gespräche vor Ort und ein Workshop vorgesehen.
Landesverband sieht Kleingärten mit vielfältiger Bedeutung
Auch der Landesverband der Gartenfreunde Sachsen-Anhalt e.V., vertreten durch Vizepräsident Joachim Ullrich, verwies auf die Bedeutung der Magdeburger Kleingartenvereine. Der Verband der Gartenfreunde Magdeburg e.V. sei der mitgliederstärkste von insgesamt 24 Regionalverbänden in Sachsen-Anhalt.
Neben der Erholung erfüllten Kleingärten demnach auch soziale und ökologische Funktionen. Sie förderten den sozialen Zusammenhalt,
ermöglichten den Anbau von Obst und Gemüse in Bio-Qualität, trügen zur Erhaltung von Grünflächen und zur Verbesserung des Stadtklimas bei.
Gleichzeitig müsse sich das Kleingartenwesen auf veränderte Rahmenbedingungen einstellen. Aufgrund von Leerständen könnten nach
Einschätzung des Landesverbands nicht zwingend alle Anlagen dauerhaft in ihrer jetzigen Form erhalten werden. Deshalb sei ein Umdenken und eine differenzierte Betrachtung der einzelnen Standorte notwendig.
Rund 1.400 Parzellen stehen leer
Aus dem Bericht des Vorstands des Verbandes geht hervor, dass derzeit rund zehn Prozent des Gesamtbestandes leer stehen.
Damit habe sich die Situation gegenüber früheren Jahren also nicht verändert. Der generelle Bedarf an Kleingärten sei zwar stabil, leer stehende Parzellen und die Finanzierung und Pflege werden zunehmend zur Herausforderung für einzelne Vereine. Auch die Ansprüche an die Nutzung der Parzellen verändern sich. Neben dem klassischen Anbau von Obst und Gemüse spielen zunehmend andere Freizeitangebote eine Rolle.
Vereine vor wachsenden Herausforderungen
Weitere Themen des Verbandstags waren die steigenden Anforderungen an die Vereinsarbeit, wie Fragen zur Zahlungsmoral und zur Einhaltung von Vereinsregeln. Auch ein teilweise rauerer Umgang und zunehmende Konflikte stellten die ehrenamtlich tätigen Vorstände vor Herausforderungen.
Neben den organisatorischen Fragen standen beim Verbandstag unter anderem auch die wirtschaftliche Entwicklung des Verbands, sowie die Wahl von Vorstand, Gesamtvorstand und Revisoren auf der Tagesordnung.
Mit dem geplanten Kleingartenentwicklungskonzept steht damit ein wichtiger Prozess für die Zukunft der Magdeburger Kleingartenanlagen bevor. Entscheidend wird dabei auch die Beteiligung der Vereine sein. Ihre Angaben sollen in die Bestandsaufnahme einfließen und damit die Grundlage für die weitere Entwicklung des Kleingartenwesens in Magdeburg bilden.




